13. 11. 2022, 15 Uhr

Theater Reduta

Zymbal, Zimbal…

Mit Solisten und Folkloreensembles aus Mähren und Schlesien

 

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Bei seinen Forschungsreisen zum volkstümlichen Liedgut widmete Leoš Janáček auch der Dokumentation der Musikinstrumente größte Aufmerksamkeit, wobei vor allem seine Zeichnungen und Beschreibungen der Zymbale recht präzise Informationen zum Bau und zur Stimmung der Instrumente in der gegebenen Epoche vermitteln. Heute können wir ein entsprechendes Feedback vom Lande registrieren, denn mit dem Aufschwung der Folklorebewegung wurden und werden wieder Instrumente nach historischen Vorlagen gebaut, und Janácěks Dokumentation der Zymbale gehört dabei zu den meistgenutzten Informationsquellen. Auch die erste belegte Datierung einer vor Ort angefertigten Notenaufzeichnung des Zymbalspiels auf dem Gebiet Südostmährens stammt aus dem Jahr 1889 und wurde von Leoš Janáček angefertigt (der seine Erkenntnisse anschließend in der Studie Über die musikalische Seite der mährischen Volkslieder aus dem Jahr 1901 verarbeitete). Im Jahr 1893 verbrachte Janáček die Sommerferien in der Umgebung von Vsetín und hörte in Polanka bei Vsetín die Musik (vor allem Lieder und Tänze der Mährischen Slowakei) des Zymbalspielers Jan Míčka. Im Jahr 1906 notierte er beim Sammeln der Lachischen Tänze das Spiel des Zymbalspielers Ignác Kotek aus Lubno. Das kleine Zymbal, welches Kotek damals besaß und dessen Beschreibung Janáček anfertigte, ist bis heute im Leoš-Janáček-Museum in Hukvaldy erhalten. In seinem Buch Über das Volkslied und die Volksmusik beschreibt Janáček seine Begegnungen mit dem Zymbal in der Gegend um Vsetín, in Velká nad Veličkou, in Blatnička und in weiteren Städten und Dörfern Mährens. Er stellt die üblichen Zusammensetzungen der volkstümlichen Kapellen dar, beschreibt, wie die Zymbalspieler zu ihren Instrumenten gekommen sind oder wer ihre Lehrer waren, und fügt auch die Zeichnung eines kleinen Zymbals sowie seine Aufzeichnungen der Noten jener Lieder hinzu, der er sich während des Spiels der von ihm Befragten notiert hat.

Das Programm Zymbal, Zimbal… ist daher diesem Instrument gewidmet – vom kleinen „Kotek-Zymbal“ über Koteks Kapelle und ausgewählte Musikensembles aus den oben genannten Orten bis hin zum Zymbal als Konzertinstrument der Gegenwart und zu den Möglichkeiten der Interpretation beispielsweise ausgewählter Teile von Janáčeks Zyklus Auf verwachsenem Pfade.

Magdalena Múčková

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